Pflanzensteckbrief: Das Scharbockskraut

…hört auch auf den lateinischen Namen Ranunculus ficaria, weil es der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) angehört. Das Scharbock im Kraut leitet sich von einer alten Bezeichnung für Skorbut ab. Die Blätter des Scharbockskrauts enthalten Vitamin C und sind als Mittel gegen Skorbut gegessen worden. Das sollte man nicht un-bedingt nachmachen, da mit Beginn der Blüte Giftstoffe in den Blättern produziert werden, die zu Magenbeschwerden führen. Mit Kartoffeln, Orangen oder Äpfeln für die Vitamin-C-Versorgung fahren Sie besser.
Scharbockskraut fühlt sich in feuchter, humoser Erde wohl und braucht volle Sonne zum Blühen. Dann öffnen sich die leuchtend gelben Kronblätter sternförmig. Da es so klein ist – es überklimmt 5 cm Bodenhöhe definitiv nicht -, kommt es schon Anfang März zum Vorschein, damit ihm keine Konkurrenz die Sicht auf die Sonne verstellt. Denn das Scharbockskraut braucht viel Energie, die es mithilfe der Photosynthese generiert, um diverse Aufgaben von Februar bis Mai zu erfüllen: Blätter und Blüten bilden, Brutknöllchen produzieren, Wurzelknollen wachsen lassen, um genügend Nährstoffe einzulagern, Samen reifen lassen nach der Bestäubung durch Bienen und Co. Scharbockskraut geht immer auf Nummer Sicher, um nicht allein dazustehen: Die Samen werden durch Ameisen an neue Standorte transportiert genauso wie durch Wind oder den Menschen, wenn er harkt oder umgräbt. Die Brutknöllchen, die sich an unteren Blattachseln bilden, fallen im Mai zu Boden und werden in den Folgejahren zu neuen Pflanzen; nebenbei bildet das Kraut auch noch neue Wurzelknollen, aus den ebenfalls mehr Scharbockskraut wird.
Wer Scharbockskraut in seinem Garten hat, weiß, dass die flächigen Polster vor allem in feuchten Jahren an Größe zunehmen. Die Bienen besuchen es gern, da es die Blühlücke zwischen den ersten Frühjahrsblühern wie Schneeglöckchen und Krokussen und den nächsten Frühlingsblüten von Narzissen und Begleitung schließt. Die gelben Sternchen blinken in den grünen Blattteppichen einige Wochen, bevor das gesamte Kraut Ende Mai gelb wird und einzieht – bis es sich im kommenden Februar wieder mit seinen kleinen runden, sattgrünen Blättern zeigt.

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