Wahlprogramm 2018: Was ist daraus geworden?

Vor der Kommunalwahl 2018 haben wir den Wählern der Gemeinde Rodenbek die Punkte vorgestellt, für die wir uns einsetzen wollen. Damit wir selbst sehen, wo wir stehen, und damit Sie schauen können, welche von unseren Ideen wir umsetzen können, haben wir unser Wahlprogramm hier noch einmal aufgeführt und in den grünen Kästen um aktuelle Informationen ergänzt. Das machen wir fortlaufend, deshalb wird sich der Text über die Zeit ändern.

Das Wahlprogramm

Die wichtigsten Themen, die wir in den kommenden fünf Jahren diskutieren und weiter voranbringen möchten, sind
BÜRGERINFORMATION: Wir möchten eine Informationsplattform für alle schaffen, mit Email und Internet, aber auch mit Stift und Papier, damit sich jeder über die wichtigen Dinge in der Gemeinde informieren kann, zum Beispiel:
Rodenbeker Infobox: Fest installierte Auslegekästen in allen Gemeindeteilen für Gemeinde-Info auf Papier zum Mitnehmen und Schmökern.

Die Gemeindevertretung hat im November 2019 beschlossen, „Pinnwände“ an den zentralen Bushaltestellen der Roden-beker Ortsteile zu installieren. Sie können die Infoboxen ersetzen.

Bürgermail: Gemeinde-Information regelmäßig an alle per Email, die das möchten.

Wir haben uns in der Gemeindevertretung dafür eingesetzt, dass ein Emailverteiler für Veranstaltungsankündigungen eingerichtet wird. So erreichen manche Veranstaltungs-hinweise als kurzfristige Erinnerung diejenigen, die sich in den Emailverteiler haben aufnehmen lassen.

Veranstaltungskalender: Übersicht aller Veranstaltungen in der Gemeinde regelmäßig digital und auf Papier mit Was-wann- wo per Bürgermail und Papierversion in der Infobox.
Internetseite: Homepage für Rodenbek, deren Format wir vorher mit Ihnen diskutieren wollen. So kann sich die Gemeinde für Bürger und Besucher mit ihren verschiedenen Facetten präsentieren.

Eine Gemeindewebseite wurde von der NEUEN LISTE ange-regt, bisher ohne Erfolg. Wir haben daher eine NEUE LISTE-Webseite aufgebaut, die nicht nur über Veranstaltungen informiert.

INTERNET ist ein Thema, das alle bewegt und dessen Behandlung – auch früher teilweise durch die NEUE LISTE – für Diskussion gesorgt hat. Wir sehen heute, wie schnell Digitalisierung passiert. Um als Gemeinde zukunftsfähig zu sein, müssen wir Fördermöglichkeiten und Kooperationspartner ausloten, mit denen wir ein Upgrade der Internetverbindung erreichen können. Glasfaser für alle zu bekommen wird nicht einfach, geht nicht schnell, ist aber langfristig notwendig – für die Arbeitsfähigkeit der Rodenbeker Gewerbe, für das Arbeiten von zuhause, fürs Lernen in Schule und Uni, für Urlaubs- und Freizeitplanung, für Internetrecherche und Zugang zu sozialen Medien, für Fernsehen als Livestream und Online-Computerspiele.

Bisher wurde das Thema in der Gemeindevertretung nicht bearbeitet. Die NEUE LISTE sieht es nach wie vor als wichtig an, Partner und Ansätze für ein schnelleres Internet zu finden. Das geht nur mit Einsatz finanzieller Mittel (sowohl von der Gemeinde als auch von den anzuschließenden Haushalten), Auslotung und ggf. Bewerbung auf Fördermittel des Landes/ des Bundes und wahrscheinlich mit gemeindeübergreifendem Handeln.

NAHVERKEHR: Wir möchten Möglichkeiten entwickeln, auch ohne eigenes Auto mobil zu sein. Das kann funktionieren, wenn sich viele engagieren, z.B. in einem Bürgertaxi – freie Plätze in Privatwagen melden, Sammelfahrten zu einem Ziel verabreden. Auch Konzepte wie der Bürgerbus werden in Schleswig-Holstein erfolgreich umgesetzt, vielleicht auch hier?

Möglichkeiten könnten per Fragebogen im Rahmen eines Ortsentwicklungskonzepts ausgelotet werden. Da stehen wir vor einem Problem. Das führt uns zur …

GEMEINDE VON MORGEN: Nicht nur die Welt um uns herum verändert sich, auch die Gemeinde verändert sich. Wie wir als Gemeinde Rodenbek in Zukunft aussehen und was wir wollen, sollten wir jetzt diskutieren und planen, auf vielerlei Weise:
Fragebogenaktion: Zukunft können wir am besten gemeinsam gestalten. Damit wir besser einschätzen können, wo Wünsche und Bedürfnisse liegen, möchten wir mit einem Fragebogen um Ihre Meinung bitten. Wenn jeder mitmacht, wissen wir in den nächsten fünf Jahren besser, welche Themen für Sie wichtig sind: Denn wohin wir als Gemeinde steuern, geht alle etwas an.

Die von den NEUEN LISTE-Gemeindevertretern vorgeschla-gene Entwicklung eines Fragebogens wurde im Frühsommer 2018 trotz anfänglicher Willensbekundung der gesamten Gemeindevertretung nicht weiter bearbeitet.

Zusammen: Traditionen gibt es natürlich schon und sie sollen erhalten bleiben, aber vielleicht können noch ein oder zwei hinzukommen: Ein Holzofen zum Brotbacken am Dorfgemeinschaftshaus könnten wir zusammen planen, bauen und dann gemeinsam nutzen. Früher gab es in vielen Dörfern Backhäuser, an diese Tradition könnten wir mit einem Gemeinde-Holzbackofen anknüpfen.

Vorträge für alle, die kommen möchten, werden durch die NEUE LISTE kostenfrei für Sie organisiert. Angefangen hat es im Oktober 2018, die zweite Vortragssaison geht bis April 2020. Wir möchten Ihnen auch für den Herbst 2020 wieder Interessantes „auftischen“, das Spaß macht.
Boßeln als Winteraktivität/Jahresanfangsveranstaltung haben wir gerade angestoßen, das könnte zum regelmäßigen Angebot werden.
Für einen Backofen braucht es viele, die das wollen, und Finanzen. Ob solch ein Gemeinschaftsofen oder eine andere Infrastrukturmaßnahme auf der Wunschliste stehen sollte, könnten Bürger gemeinsam im Rahmen eines Ortsentwick-lungskonzepts diskutieren. Dann kommen die Finanzen.

Infrastruktur im und ums Dorf: Viel ist schon da mit DGH, Alter Schule, Badestelle, Wanderwegen. Wir setzen uns ein für einen Ausbau des Vorhandenen – das könnte ein Postkiosk mit einem Sommercafé für Selbstgebackenes und einer Touristeninfo-Stelle sein, einer Haltestelle fürs Bürgertaxi. Räume sind da, was gebraucht wird, kann der Fragebogen zeigen. Wie wir dies umsetzen, ob es eventuell Fördermittel gibt, müssen wir im nächsten Schritt eines langfristigen Plans sehen.

Hier wäre ein Ortsentwicklungskonzept, das mit allen Bürgern gemeinsam erstellt wird, sinnvoll. Gemeinsam könnten wir Ideen erörtern und abwägen, welche Nutzung der vorhan-denen Ressourcen den größten Konsens erzielen und was neu geschaffen werden könnte.
Es gab im Mai 2019 einen Beschlussvorschlag zur Erstellung eines Ortsentwicklungskonzepts. Dieser wurde mit den Stimmen der AKWG-Fraktion im Bau-Ausschuss abgelehnt.
Die AKWG brachte einen Beschlussvorschlag in die Gemein-devertretung ein, durch ein Planungsbüro festzustellen, inwieweit eine Erweiterung der Wohnbebauung in Rodenbek möglich wäre. Dieser Beschlussvorschlag wurde mit den AKWG-Stimmen gegen die NEUE LISTE-Stimmen angenommen.
Der in die Gemeindevertretung eingebrachte Beschluss-vorschlag zur Erarbeitung eines Ortsentwicklungskonzepts wurde durch die Mehrheitsfraktion im Frühherbst 2019 abgelehnt. Der Beschlussvorschlag sah durchaus vor, einen Förderantrag auf Mittelzuwendung des Landes und des Bundes zu stellen. Die Förderaussichten wären gut gewesen, es werden bis zu 75% der Auftragssumme gefördert.

Aus unserer Sicht ergibt sich hier ein Problem: Die aus Gemeindefinanzen bezahlte Leistung des Stadtplanungsbüros bezieht sich nur auf Wohnbebauung und ersetzt keinen Flächennutzungsplan oder ein Ortsentwicklungskonzept. Um die Gemeinde Rodenbek für ihre Bürger zukunftssicher zu machen, ist mehr nötig, als über eine Bebauung mit Wohn-häusern zu entscheiden. Verkehrskonzepte, Ermittlung von Infrastrukturbedarf für alle Alters- und Benutzergruppen in der Gemeinde und ein Konzept zur nachhaltigen Energieversorgung sind beispielsweise Elemente, die ein Ortsentwicklungskonzept umfassen sollte.

Außerdem setzen viele Fördermodelle des Landes und des Bundes für die Entwicklung des ländlichen Raums das Vorliegen eines Ortsentwicklungskonzepts voraus. Denn nur so ist dokumentiert, dass eine Gemeinde in einem geordneten Prozess unter Beteiligung der Bürger einen Plan erstellt hat, der bestimmte Ziele für die Gemeindeentwicklung nennt und aufzeigt, durch welche Maßnahmen eine Gemeinde diese Ziele erreichen will. Liegt kein Ortsentwicklungskonzept vor, wird also das Einwerben von Fördermitteln schwierig. Das Entwickeln eines Ortsentwicklungskonzepts abzulehnen, erscheint uns mit Sicht auf die Zukunft der Gemeinde taktisch nicht sinnvoll. Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, ein Ortsentwicklungskonzept zu erarbeiten.

VOR UNSERER HAUSTÜR: Etwas für die Artenvielfalt zu tun und nachhaltig zu sein bei der Nutzung von Rohstoffen ist uns wichtig. Wir können den globalen Klimawandel als Gemeinde nicht aufhalten, aber wir können im Kleinen etwas tun, um Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und Rohstoffe mit Bedacht zu nutzen. Das kommt uns hier im Dorf direkt zugute.
Bienenweide Rodenbek: Bienen, Hummeln und Co. finden immer weniger Nahrung. Wir können in der Gemeinde gegensteuern – indem jeder, der mitmachen will, im Garten Wildblumen sät, auch wenn’s nur ein kleiner Fleck ist. Saatgut bestellen wir als Großverbraucher-packung für alle und geben es kostenlos ab. Sieht schön aus und nützt was.

Die NEUE LISTE hat eine Beteiligung am Programm SH blüht auf initiiert, die Gemeindevertretung hat dies verabschiedet. Planmäßig hätte die Aussaat im Herbst 2019 erfolgen sollen, um Konkurrenz durch wuchsfreudige Beikräuter im Frühjahr sowie das Risiko des Nichtaufgehens der Saat durch even-tuelle Trockenheit im Frühsommer zu minimieren. Es kam zu Verzögerungen, sodass das Ausbringen auf das Fühjahr 2020 verschoben wurde.

Draußen am Dorfgemeinschaftshaus: Über eine neue Gestaltung der Grünanlagen unseres DGH wurde im Gemeinderat schon nachgedacht. Wir wollen hier nachhaltig gestalten: ein Gemeindegarten mit insektenfreundlichen und pflegeleichten blühenden Pflanzen, der Fußball- und Spielplatz und den Holzofen integriert, ist was fürs Auge und fürs Draußensitzen.

Nach einer Einwohnerversammlung zu dem Thema Anfang 2019 wurde in den Gemeindegremien wiederholt über die Umgestaltung des DGH-Außenbereichs diskutiert. Im Mai 2019 wurde eine Liste von kleinen Maßnahmen erarbeitet, die teilweise umgesetzt wurden; andere werden noch in der Verwaltung bearbeitet.
Ideen für größere Maßnahmen wurden einvernehmlich der Dorfentwicklungsplanung zugeordnet. Durch den Entscheid der Mehrheitsfraktion gegen die Erstellung eines Ortsentwick-lungskonzepts im September 2019  liegen diese Ideen nun auf Eis.
Die Spielplatzneugestaltung ist im Sozialausschuss diskutiert worden. In Rahmen dieser Diskussion wurde eine Liste anzuschaffender Spielgeräte erstellt.
Biotoppflegemaßnahmen auf dem Gelände der sogenannten Kiesgrube stehen noch aus.

Die auf der Einwohnerversammlung und in den Ausschüssen diskutierte Idee zur Anlage einer Streuobstwiese auf der bereits vorhandenen Wiese wurde bislang nicht weiterverfolgt. Das solllte die NEUE LISTE ändern.

Projekte und Workshops: Wir sind offen für Ideen und freuen uns über alle, die mitmachen bei Exkursionen, Workshops und Projekten, wie der Gemeindegarten eines sein könnte. Informationen zum Was-wann-wo erhalten Sie per Infobox und Bürgermail.
Energiewerkstatt: Energieverbrauch interessiert alle: er kostet. Er ist optimal, wenn günstig und wenig umweltbelastend. Als Gemeinde ein Stückchen unabhängiger zu werden von Energieversorgern, sehen wir als ein langfristiges Ziel. Dazu möchten wir eine Ideenwerkstatt einrichten – mit vielen, die nachdenken, Ideen haben, Konzepte entwickeln und gut planen, kann es gelingen.

Die NEUE LISTE organisiert einen Workshop zum Nistkasten-bauen, bei dem jeder selbst mit Hilfe und Anleitung bauen kann, was er für seine gefiederten Gartenbesucher braucht.
Konzepte zur nachhaltigen Energieversorgung der Gemeinde würden wir gern in einem Workshop mit interessierten Bürgern diskutieren und ausarbeiten. Solche Ideen und Konzepte zu ihrer Umsetzung wären auch in einem Ortsent-wicklungskonzept gut untergebracht. Allerdings ist die Arbeit an einem Ortsentwicklungskonzepts durch die Mehrheits-fraktion der AKWG abgelehnt worden. Wenn Interesse in der Gemeinde besteht, kann ein Workshop natürlich trotzdem stattfinden, denn wir werden uns weiter für die Erstellung eines Ortsentwicklungskonzepts einsetzen.
Offen für Vorschläge sind wir nach wie vor.

Bild von pics_kartub auf Pixabay